Physiotherapie Edelweiss

Der Knorpel, der unsere Gelenke überzieht ist eine schöpferische Meisterleistung: Er vereint verschiedenste Eigenschaften, die für unseren Körper essenziell sind. Der gesunde Gelenkknorpel hat eine glasige, weisse Oberfläche, dient als Dämpfer bei Druckbelastungen und besitzt exzellente Reibungseigenschaften. Der menschliche Knorpel ist 6 Mal glatter als Eis! Seine Eigenschaften sind nur möglich, weil er nicht durchblutet ist, sondern passiv über die Gelenkflüssigkeit ernährt wird. Wird der Knorpel einmal verletzt, verringert die fehlende Durchblutung allerdings zwangsläufig das Heilungspotenzial.

Gelenkerkrankungen umfassen die Gesamtheit aller krankhaften Veränderungen und Störungen der Gelenke. Dieser Beitrag beschränkt sich auf degenerative Gelenkerkrankungen. Darunter fallen Arthrose sowie Rheumatoide Arthritis, Gicht und Chondrocalcinose im fortgeschrittenem Stadium.

«Altersbedingter» Verschleiss der Gelenke
Degenerative Gelenkerkrankungen kommen relativ häufig vor. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Knorpelschutzschicht und der Gelenkschmiere ab. Dadurch erhöhen sich der Druck und die Reibung auf den Knorpelschichten, und der Gelenkknorpel bildet sich zurück. Gelenkerkrankungen und der damit verbundene Gelenkverschleiss schränken die Lebensqualität nicht nur hinsichtlich der Beweglichkeit, sondern auch im Bezug auf die Mobilität der Betroffenen deutlich ein und sind oft schon bei einfachen Bewegungsabläufen von zum Teil heftigen Schmerzen begleitet. Besonders anfällig für Verschleisserscheinungen sind Knie-, Finger- und Hüftgelenke sowie die Wirbelsäule.

Degenerativen Gelenkerkrankungen können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Hier finden Sie eine Liste auslösender und verstärkender Faktoren.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten von Gelenkerkrankungen bezwecken hauptsächlich, die Gelenkfunktion so gut wie möglich aufrechtzuerhalten und vor allem, den bestehenden Gelenkschmerz zu lindern. Therapeutische Möglichkeiten, Arthrose rückgängig zu machen, gibt es nicht. Ziel der Therapie sind eine Verringerung der Beschwerden und eine Verlangsamung – oder im besten Fall eine Stabilisierung – der Knorpelzerstörung.

 

 

 

 

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Degenerative Gelenkerkrankungen

  • Arthrose (auch Osteoarthritis oder Arthrosis deformans genannt)
    Arthrose entsteht durch Knorpelverschleiss (wenn Abbauprozesse die Reparaturvorgänge überwiegen). Sie hat Knochenveränderungen zur Folge und ist die Spätfolge von rheumatoider Arthritis, Gicht und Chondrocalzinose.
  • Rheumatoide Arthritis
    Die Ursache der rheumatoiden Arthritis (früher Polyarthritis genannt) ist eine Autoimmunerkrankung: eine überschiessende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe. Die Spätfolge der rheumatoiden Arthritis ist Arthrose.
  • Gicht
    Gicht ist eine Kristallarthropathie. Die Kristallablagerungen verursachen lokale Entzündungen und andere Störungen mit schmerzhaften Schwellungen und Funktionseinschränkungen. Gicht ist meistens eine vererbte Stoffwechselerkrankung (Enzymdefekt), seltener die Folge einer Fehlernährung, von Übergewicht und Bewegungsmangel oder einer Nierenfunktionsstörung. Auch Gicht endet im fortgeschrittenen Stadium in Arthrose.
  • Chondrocalzinose (CPPD)
    Der Begriff Chondrokalzinose (auch Pseudogicht genannt) bezeichnet eine Gelenkerkrankung, bei der sich Kristalle aus Kalziumpyrophosphat in den Faserknorpeln und hyalinen Knorpeln der Gelenke sowie im Kapselbandapparat der Gelenke und Wirbelsäule ablagern. Die Verkalkung kann auch in den Bandscheiben stattfinden. Davon betroffen sind vor allem Knie, Hände und Hüfte. Die Chondrokalzinose führt zu bleibenden Schmerzen, Funktionsstörungen und zu Arthrose.

Alle Formen degenerativer Gelenkerkrankungen haben einen gemeinsamer Nenner: die intraartikuläre Entzündung. Bei der Arthrose ist es in der Regel die Folge der Knorpelabnützung, bei den anderen Formen ist die intraartikuläre Entzündung eher der Krankheitsauslöser.

Therapeutische Ansätze

  • Eine Ursachenbehandlung steht immer wenn möglich im Vordergrund.
  • Gezielter Einsatz von Mikronährstoffen: sogenannte Chondroprotektiva (Knorpelschutzmittel) werden sowohl präventiv als auch therapeutisch eingesetzt.
  • Beim therapeutischen Einsatz ist das Entwicklungsstadium der Arthrose für den Erfolg der Therapie entscheidend. Da es sich um einen destruktiven Prozess mit irreversiblen Gelenkschaden handelt, ist die Wirkung von Chondroprotektiva umso besser, je früher sie im Krankheitsprozess eingesetzt werden.
  • Im Allgemeinen steigt während einer Krankheit (also auch bei Gelenkerkrankungen) der Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen – manchmal sogar um ein Mehrfaches. Dementsprechend muss die Dosierung hoch genug sein (therapeutische Dosierung).
  • Durch dosierte und gezielte körperliche Aktivität sollen die Gelenke- und Muskelfunktion erhalten bleiben. Denn Bewegung fördert den Stoffwechsel in den Gelenken. Trainierte Muskeln entlasten die geschädigten Knochen- und Knorpelbereiche. Chronische und deshalb «automatisierte» kontraproduktive Schutz- und Schonmechanismen sollen vermieden bzw. korrigiert werden.
  • Die Therapie bezweckt eine entzündungshemmende, antioxidative und knorpelaufbauende Wirkung im Gelenkraum. 
  • Da die Gesundheit des Gelenkknorpels von vielen Faktoren abhängig ist, sind Kombinationspräparate wirksamer als einzelne Wirkstoffe. Sie ergänzen sich hervorragend und verstärken einander (synergistische Effekte).
  • Eine längere Einnahmedauer ist die Voraussetzung für eine optimale Wirkung.
  • Die richtige Dosierung entscheidet über den Erfolg.